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Straubing

Udo und ich haben gestern den Tag in Straubing verbracht. Erst waren wir einkaufen, dann wurden wir aus einer Synagoge rausgeworfen, weil Sabbat war und dann saßen wir in der Fussgängerzone und haben uns ne Überdosis BAyern gegeben. Eine zünftige Blaskapelle heizte uns ordentlich ein, während wir unsere Maß? Bier in der Mittagssonne tranken. Dazu gab es noch ein tanzendes Pärchen. Insgesamt alles ziemlich irreal…

Der nächste Abschnitt

So, da hab ich mal wieder nen internetzugang gefunden. Ich befinde mich derade in Straubing, mitten in Bayern, dem bibelbelt der republik. Eine kirche reiht sich an die nächste. Nicht nur hier in straubing, sondern auch entlang der donau gibt es alle meter, in jedem kleinen dorf eine kirche. Manchmal besteht das gesamte dorf aus nicht mehr als einer kirche und noch dem haus des pfarrers. Manche haben an Russland erinnernde zwiebeltürme..? Hab noch nicht rausgefunden, ob das mit dem baujahr zu tun hat.
Seit drei tagen hab ich auch besuch im boot. Udo hat als erster das angebot eine weile mit mir zu reisen angenommen. Buuka hat sich für Budapest angekündigt. Aber das ist sicher noch einen monat hin. Udo wird voraussichtlich bis Wien im boot sitzen. Wer also noch lust hat, jemanden kennt der lust hat… Einen platz hab ich frei… Wir werden in Deggendorf, wohin wir uns morgen auf den weg machen, einen teil meines zu großzügig berechneten gepäcks abgeben (hoffentlich klappt das mit Jens schwester). Wir liegen nämlich doch ziemlich tief im wasser, und da es jetzt ja auch schiffsverkehr gibt, entstehen schon hier und da einige wellen, die auf die aussenhaut schwappen, welche dann natürlich irgendwann doch wasser ins boot läßt.
Der letzte eintrag kam ja aus Ulm. Seitdem gab es keine wehre mehr, welche nicht auch eine Schleuse hatten. Gestern waren wir erstmals mit zwei von den großen binnenschiffen zusammen in einer ziemlich riesigen schleuse. Ach ja, die schleusen davor (ab Kehlheim) waren für paddler/sportboote gesperrt. Es gab dann entweder bootsrutschen oder aber einen umtragewagen, auf den man das vollbeladene boot im wasser draufziehen und auch wieder ablassen konnte. Also alles jetzt sehr einfach und ohne boot ausladen.
Der donaudurchbruch bei Kehlheim war sehr spektakulär. Ordentliche Strömung, Felsen zu beiden Seiten – das hat richtig Spaß gemacht.
Bevor ich dorthin kam gab es auch fast in jeder Stadt ne Staustufe, mit Stausee vorher und Schleuse natürlich. Das witzige war, dass man die Schleusen (es waren ungefähr 15) allein bedienen mußte. Man war also passagier und schleusenwart in einem. Am anfang war das schon etwas kompliziert, da es ja runter geht und ich stand oben und mußte von dort das tor öffnen, während mein boot unten allein rumschwamm. Ich hab jetzt vorn und hinten jeweils zehn meter lange seile, um das boot in den schleusen in position zu halten. Dann brauchte ich nur noch die schleuseninterne leiter hinunterklettern und weiter gings.
Es gab aber an fast allen Schleusen freundliche wanderer, radfahrer, spaziergänger, welche mich meist mit enthusiasmus runtergeschleust haben. Viele lustige gespräche…
An vielen stellen ist die donau jetzt schon ordentlich breit. Ein richtiger fluss.
Das heißt, ich sitz jetzt wirklich den ganzen tag im boot und paddel – juhu.
Nach´m wetter werd ich oft gefragt: Bis auf einen tag gab es noch nicht wirklich viel regen. Udos erster tag hatte so temperaturen um die 30 Grad, was für ihn ein regelrechter schock war… Also insgesamt superwetter. Bin auch schon voll braun…
Das war jetzt alles nur so aus´m gedächtnis, da meine schriftlichen aufzeichnungen im zelt liegen.
Also bis zum nächsten mal.

Tag eins bis zehn

Der erste tag im boot und schon bin ich zur untätigkeit verdammt. Denn eine spante (nr.5) hat sich in drei teile zerlegt – hab ich in drei teile zerlegt? Entweder es passierte als das boot beim umtragen (das vierte mal) vom wagen rutschte oder in einer stromschnelle, als ich einen felsen im wasser touchierte. Nun zeltete ich direkt neben dem letzten, vierten wehr des tages. Das erste stellte sich mir gleich nach der ersten kurve in tuttlingen in den Weg. Gut, dass jens noch in der nähe war, um mir beim allerersten umtragen zu helfen. Dank dafür!
Vielen Dank natürlich auch fürs hinbringen zur donau! Und an Sandra und Helge für die übernachtung in Gundelfingen (freiburg). Wenige km später gab es schon wehr nr.2 und kurz darauf auch nr.3. Keine Probleme beim umtragen an diesen wehren. Es ist zwar ne schinderei, aber alles noch machbar. Die abgeflexte sackkarre bewährt sich als umtragewagen. Man muss zwar erst das halbe boot entladen, aber wenn es dann auf´m wagen liegt, geht es nahezu reibungslos. Das vierte wehr ist durch die enteckung der kaputten spante zum letzten des tages geworden. Hab dann einen alten mann getroffen, der mir von einer schreinerei am anderen dorfende berichtete. Es bestand also noch hoffnung auf weiterfahrt. Kann das schon alles gewesen sein…

Die donau ist noch kein gnädiger fluss. Obwohl fluss bis jetzt ohnehin übertrieben klingt. Ab und an kann man sich vorstellen, dass aus diesem bächlein mal einer wird. Hab heut vielleicht so 15 km geschafft, wobei ich die wenigste zeit paddelnd im boot verbracht habe. Ein wehr jagt das nächste, untiefen ohne ende, felsen im wasser… Aber wenn ich dann mal im boot saß, entschädigte mich eine wunderschöne natur – felsige schluchten, bewaldete berge, wildblumenwiesen zieren meinen weg. Fische umkreisen mein boot (oder meine beine, wenn ich mal wieder traideln muss – erinnerungen an den küstrinchenbach wurden wach). Enten, Schwäne und Reiher geben sich abwechselnd ein stelldichein. Ach ja, trotz gebrochener spante bin ich wieder auf´m wasser. Bin heut morgen quer durch Fridingen, um die Schreinerei zu finden. Alles kein problem, bis auf das die schreiner alle auf ner baustelle waren. Ich also gegenüber in die schlosserei. Dort wurde mir gleich nach der vesper geholfen. Jetzt hab ich ne spante mit aluschiene. Der Schlosser meinte zwar, er glaubt nicht, dass es bis zum schwarzen meer hält, aber ich denke, das die spante nr.5 nun die stabilste im boot ist. Trotzdem bin ich sehr vorsichtig… Abends hab ich dann mal wieder eine wildblumenwiese in besitz genommen. Ich brauche bücher…sonst setzt noch geistige verödung ein.
Ich hab immer noch lust…
Irgendwo wartet ein fluss auf mich.

So allmählich siehts aus wie ein fluss. Das felsige gebirge lasse ich so langsam hinter mir. Die donau ist tiefer und breiter. Oftmals geht es richtig bergab – mit jetzt passierbaren stromschnellen. Ich bin jetzt kurz hinter scheer auf ner wildblumenwiese. aber der reihe nach. (zwei tage fehlen hier noch). Die letzte besprochene etappe ging von friedingen bis knapp vor beuron. Von dort ging es dann bis auf den zeltplatz von hausen (juhu duschen). Die donau schon tiefer und breiter, so dass traideln überflüssig wird. Drei Wehre gab es natürlich trotzdem. Das mit dem steilsten abstieg überhaupt war dabei.
Am nächsten tag war sigmaringen das ziel. Es waren wieder vier wehre zu überwinden, aber dazwischen paddelte es sich schon ganz ordentlich. Hier und dort hatte ich sogar hilfe beim umtragen. Denn es gab zum ersten mal überhaupt andere wassersportler.
Auf dem teltülatz in sigmaringen (schon wieder duschen) war ein holländisches paar, welches mit dem rad von holland nach rom unterwegs war. Später gesellten sich noch zwei radfahrende holländer dazu, die gerade aus rom kamen. Verrückte holländer – über die alpen – mit nem fahrrad.
Die holländer waren schon weg, als ich um 8.00 uhr aufstand. Paddeln läuft gut, aber es gibt natürlich immer noch ohne ende wehre. Viermal hab ich umgetragen, zweimal allein in scheer. Als ich 5km später wehr nr.5 erreichte hatte ich genug und hab mein zelt aufgeschlagen. Bei meinem abendlichen rundgang stellte ich fest, dass ich den kanal hätte befahren können. Morgen…

Es regnet wie aus eimern – ich verbring den ganzen tag im Zelt. Gut, dass ich mir in sigmaringen drei bücher gekauft hab.

Am nächsten morgen passiere ich den nicht sehr hohen spalt in den kanal, idem ich mich ins boot lege und den umtragewagen in der hand neben dem boot halte. Ich kam gut voran richtung riedlingen, als jedoch eine dunkelschwarze gewitterwolke aufzog, bin ich an land, um´s zelt aufzubauen. (kurz vor riedlingen)

Die restlichen drei, vier km bis riedlingen hab ich am nächsten morgen bewältigt. In riedlingen hab ich (natürlich nach´m umtragen) erstmal nahrungsmittel und getränke besorgt – und neue bücher. Wenn das so weitergeht werde ich noch zum schwimmenden büchermobil. Davon wird das boot nun mal leider auch nicht leichter. Insgesamt hab ich an diesem tag fünfmal umgetragen. Das ist nicht mehr ganz so schlimm, da es jetzt immer beschilderte und ausgebaute (meit treppen) ein und ausstiege gibt. Und die wehre tauchen nicht mehr alle vier km auf, so dass man zwischendurch schon richtig paddeln kann. Bis kurz hinter rottenacker hab ich´s geschafft. Nur die wahl des schlafplatzes war diesmal nicht so überragend, da es doch ziemlich steil bergauf ging.
Dafür war ich dann morgens schon um sieben wach und halb acht im boot. Bei nieselregen ging es los, bis der regen immer stärker wurde. Dann hab ich wieder zelt aufgebaut. Gegen mittag war das schlimmste vorbei und ich zurück im boot. Insgesamt bin ich ganz gut vorangekommen und kurz hinter gögglingen hatte ich wieder die obligatorische wiese in meinem besitz für eine nacht.

Im moment sitz ich in nem cafe in ulm und schreib hier so… Bisher war es heut noch nich wirklich anstrengend. Ein stück fahr ich also noch…

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