This is the end

Das war es dann wohl mit paddeln fuer dieses jahr…
Ich bin schon in bukarest. Und gepaddelt hab ich schon seit vier tagen nicht mehr. Und das kam so:
Nachdem ich in tutrakan zuletzt gebloggt habe, bin ich noch, um meine taeglichen 50km voll zumachen bis nach popina gefahren. Dort habe ich direkt neben einem hotel mit restaurant, in welchem ich nochmals den obligatorischen fisch verspeiste, um meine letzten levas loszuwerden, gezeltet. Von popina bis zur bulgarisch-rumaenischen grenze waren es noch ungefaehr 20km. D.h. am naechsten tag war mal wieder ein grenzuebertritt faellig. Anders als im kanufuehrer beschrieben (ein nuetzliches, aber doch noch verbesserungswuerdiges buechlein) klappte der grenzuebertritt problemlos. Beim flusskapitaen der bulgaren dauerte es ungefaehr ne halbe stunde und ich hatte den obligatorischen stempel auf meinem dokument (seit serbien hab ich ein dokument, welches erklaert, dass ich mit einem kajak die donau befahre. verwirrung trat immer dadurch auf, dass buuker mit auf diesem dokument stand, ich aber immer allein auftauchte. das verlangte hier und dort ausfuehrliche erklaerungen) Dann ging es ans gegenueberliegende ufer zur rumaenischen grenzpolizei, welche mich auch sehr freundlich, ja geradezu herzlich behandelte. Ich bekam meinen stempel und mir wurde erklaert, dass es keine weiteren probleme geben sollte. Ungefaehr so: „Tu was du willst…“ Da ich in bulgarien jeden tag recht kraeftigen gegenwind hatte (am schlimmsten war es als ich aus ruse rausfuhr, Da ging mehr als nur eine welle uebers boot.), ueberlegte ich mir den donau-schwarzmeer-kanal zu benutzen, wenn es denn moeglich waere. Da ich ohnehin vorhatte mir noch konstanta anzusehen und ein, zwei tage am strand des schwarzen meeres zu verbringen, war das die guenstigste moeglichkeit. Ausserdem machte sich die schon mehrfach reparierte stelle des gestaenges wieder bemerkbar. (beim abbau des bootes viel mir dann auf, dass das holz an der stelle schon ziemlich hinueber ist.) Die freundliche grenzpolizistin erklaerte mir nach ruecksprache mit verschiedensten personen (auch per funk), dass es nicht verboten sei durch den kanal zu fahren. Also stand mein entschluss fest. Am selben tag bin ich dann noch bis km341 weitergefahren und habe an einem schoenen strand direkt an der donau uebernachtet. Am naechsten tag standen dann erstmal 41km bis nach cernavoda auf dem programm und von dort noch 5km bis zur ersten schleuse des donau-schwarzmeer-kanals. Bis cernavoda gab es eigentlich keine probleme, bis auf das der kanufuehrer sehr ungenau war und ich kein kartenmaterial mehr hatte. Dann stand ich vor der schleuse. Wie immer eine doppelkammerschleuse. Eine seite war auch offen, so das ich gleich haette geschleust werden koennen. Ich trieb da also so rum und sprach mit ein paar nur der rumaenischen sprache maechtigen anglern oder gestikulierte, versuchte mich halt verstaendlich zu machen. Sie bedeuteten mir: Fahr einfach rein. Kein Problem! Ich dann erstmal ausgestiegen und zur schleuse gegangen. Doch dort war kein mensch. Mir blieb also nichts weiter als auf ein groesseres schiff zu warten, mir karten fuer den restlichen teil der donau zu besorgen oder mit dem zug nach konstanta zu fahren. Ich also erstmal ans ufer, an welchem ein lkw-fahrer (florian) seinen truck wusch (autowaschen am fluss ist fuer rumaenen u bulgaren offensichtlich normal.) Ihn fragte ich nach der naechsten tankstelle, um mir dort karten zu besorgen. Die tankstelle war schnell gefunden, aber karten gab es dort nicht. Ich also zurueck zum boot. Dort kam ich mit dem lkw-fahrer ins gespraech und erklaerte ihm mein problem mit der schleuse (umtragen war auch nicht moeglich, da die schleuse direkt in einen felsen gebaut ist. Also kein durchkommen.) Er sagte: „Du willst nach konstanta? Ich fahre morgen nach konstanta. Der container auf meinem truck ist leer. Wir koennen dein boot und deine sachen dort hinein packen und ich bringe dich zum hafen, von wo aus du dann zu einem campingplatz paddeln kannst.“ So ein angebot konnte ich natuerlich nicht ausschlagen. Aber es ging sogar noch weiter. Als er hoetre, dass ich direkt dort am fluss schlafen wollte, sagte er, dass ich doch lieber bei ihm zu haus schlafen sollte. Ich wurde also eingeladen. Es gab leckeres abendbrot und ich bekam sogar das bett von ihm und seiner frau zugewiesen, waehrend die beiden im wohnzimmer schliefen. Wenn das keine gastfreundschaft ist…
Am naechsten tag fuhren wir dann frueh los und holten noch vier andere typen ab, welche auch nach konstanta wollten. So sassen wir also zu sechst in seinem fuehrerhaus. „wir helfen uns hier gegenseitig“, war der kommentar meines freundlichen gastgebers. Mit dem hafen wurde es dann nichts, da er zu einem teil des hafengelaendes musste, von welchem aus ich nicht haette starten koennen, da die polizei dies wohl verhindert haette. So setzte er mich dann an einer belebten kreuzung ab, ich baute das boot ab und nahm ein taxi nach mamaia (touristenvorort von konstanta) zum zeltplatz. Dort verbrachte ich noch drei tage. Zwei am strand und einen in konstanta. Von dort aus ging es dann mit einem taxi nach bukarest in die wohnung meiner eltern, wo ich jetzt immer noch bin.