immer noch bratislava

tja, ich bin immer noch in bratislava. sitz hier in einem lustigen kleinen internetcafe und schluerfe waehrend des schreibens nen leckeren mojito. es ist jetzt so halb zwoelf am samstag abend und mein plan fuer den heutigen abend beinhaltet den besuch von ein zwei clubs der stadt. da mir ja noch ne gute woche fuer die strecke nach budapest bleibt -treffen mit buuker-, hab ich gedacht kann ich ja noch ein bisschen feiern gehen. ich war gestern schon unterwegs und hab lustige menschen kennengelernt – zb einen gelsenkirchner lehrer, der hier fuer vw arbeitet, wenn ich das richtig verstanden habe und seinen englischen lehrerkollegen, der hier auch wirklich als lehrer arbeitet. danke fuer das rostock-shirt, welches als gespraechsanfaenger wirklich gut funktioniert…. also gehts vielleicht morgen oder erst am montag weiter, je nachdem wie lange ich heute mache und wie schnell ich mich wieder erhole. wenn ich erst montag fahre, blieben mir immer noch sieben tage fuer geschaetzte 230 km. sollte also gut zu schaffen sein, auch wenn ich gleich nach bratislava zwei ziemlich grosse stauseen zu ueberqueren habe -heisst ohne stroemung und daraus folgend geringerer geschwindigkeit. umtragen muss ich da auch mal wieder, um aus dem kanal in die alte donau zu kommen, aber dazu spaeter mehr, wenn es denn passiert ist.
wie ich mir schon dachte, fehlten mal wieder zwei, drei tage in meiner letzten abhandlung. einen dieser tage hab ich wohl verdraengen wollen. es war der tag, als wir von grein aus gestartet sind. dort hatten wir einen zeltplatz direkt unter einer burg, zu welcher wir vor dem schlafengehen noch hinaufgestiegen sind. -ich hoffe ich erzaehl das in der richtigen reihenfolge- also jedenfalls waren wir so unterwegs und es schien, als koennte uns nichts aufhalten. es war das typisch oesterreichische bratzewetter, so mit 35grad im schatten und so…es waren nicht mal gewitterwolken in sicht. dann kamen wir zu ersten schleuse des tages. dort war die sportbootumsetzanlage ausser betrieb und man sollte sich bei der schleuse per telefon melden. juhu schleusenbier war der erste, ein schoener gedanke. ich also raus aus dem boot und dort mal schnell angerufen um uns anzumelden. eigentlich erschien alles wie immer, doch dann kam die unheilvolle frage des schleusenwarts: haben sie eine schwimmweste? ich -doch ein wenig perplex- musste das verneinen. sagte noch lachend: wir koennen aber gut schwimmen. ohne schwimmweste kann ich sie nicht schleusen, war die trockene und niederschmetternde antwort. auch der hinweis, dass wir schon in diversen schleusen ohne schwimmweste und ohne unterzugehen geschleust wurden, liess diesen stein nicht erweichen. er sagte, sie muessen dann umtragen. er wollte uns wnigstens noch ein tor aufschliessen, so dass wir uebers gelaende der schleuse gehen koennten. dieses tor befand sich am ende einer steilen schmalen treppe, durch welche das boot im aufgebauten zustand niemals durchging. abbauen kam fuer mich auch nicht in frage. die einzige moeglichkeit bestand also darin das boot quer durch den ort zu zerren. insgesamt haben wir so ungefaehr 4,5km ueber land zurueckgelegt, da es auf der unteren seite der schleuse auch noch bauarbeiten an der uferpromenade/hochwasserschutzmauer gab. das hat nerven und jede menge kraft gekostet, ganz zu schweigen von den ausgestossenen verwuenschungen, welche den sturen idioten von schleusenwaerter betrafen. ich hatte das gefuehl zu einem oder mehreren gewaltverbrechen faehig zu sein. einen zeltplatz gabs dann auch nicht wirklich, so dass wir an einer bootslipanlage campierten. ja es klingt wirklich wie slipeinlage.
am naechsten tag ging es weiter nach krems. abends waren wir im restaurant essen. der pure luxus oder einfach ueberteuert, je nachdem wie man das sehen will. bevor wir am naechsten morgen wieder los und ablegten, besuchte ich noch das karrikaturenmuseum, waren echt ein paar lustige sachen dabei. aber neun euro waren schon ganz ordentlich…
ich glaub, damit hab ich die luecken -wenigstens halbwegs- aufgefuellt.
und jetzt gehts in die clubs, wo ein bier uebrigens hoechstens 1,20 kostet. auch deshalb ist bratislava eine schoene stadt.


2 Antworten auf „immer noch bratislava“


  1. 1 U.D.O. 13. Juli 2009 um 15:55 Uhr

    Die Geschichte mit der Schwimmweste war echt beknackt. An einer Schleuse vorher, die für mehrere dieser langen Donau-Carryalls ausgelegt ist, wurden wir ganz allein geschleust und wir fühlten uns wie VIPs… und dieser Dösbattel reitet auf seinen Paragraphen und empfahl uns noch ‚netterweise‘ uns mit unserem Schlachtschiff durch ein Nadelöhr zu zwängen. Ich hab‘ lieber nicht versucht, über diese absurde Situation nachzudenken. Da half wirklich nur Verdrängung und ein frisch gezapftes Bier.

  2. 2 Buuker 14. Juli 2009 um 19:19 Uhr

    4,5km??? Nachdem ich das gelesen habe, musste ich gleich mal eine Schwimmweste kaufen. Zwar habe ich nur eine, aber vielleicht können wir noch ein paar aufblasbare Armreifen auftreiben.

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